Ihre Situation

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Sie befinden sich in einer schwierigen, einer außerordentlich schwierigen Situation. Der Verlust oder der drohende Verlust des Arbeitsplatzes ist ein großer Einschnitt, der in eine Zeit großer Unsicherheit führt. Das kann - vor allem darf - niemand wegdiskutieren oder bagatellisieren.

Dieser Einschnitt führt jeden in ein Wechselbad starker Gefühle, die nicht kontinuierlich, logisch ablaufen, sondern eher der Fahrt auf einer Achterbahn gleichen. Durch dieses Chaos von Gefühlen muss fast jeder hindurch, ja e gehört geradezu zur Aufarbeitung der schwierigen Situation und Wiedergewinnung von Selbstvertrauen und -sicherheit. Psychologisch gesehen gehört das Durchleben dieser Gefühle zur „Trauerarbeit".

Lassen Sie deshalb alle diese Gefühle bei sich zu, verstecken Sie sie nicht und bekennen Sie sich auch dazu. Das trägt wesentlich dazu bei, die nötige Standfestigkeit für den nicht einfachen Prozess zu gewinnen, der zu einer neuen beruflichen Verwendung führt und dabei den nötigen Blick nach vorne frei zu machen.

Es lassen sich grundsätzlich folgende Kategorien oder Stufen von Gefühlen festhalten:

  • Das leugnen der Situation

    Die Trennung ist zwar ausgesprochen, aber in Ihnen sträubt sich alles, diese Tatsache zu akzeptieren. Man hält alles für einen Irrtum: „ohne mich geht es doch gar nicht" sagen Sie vielleicht.

  • Handeln um des Handelns willen, Hektik

    Schnell, möglichst sofort muss irgendeine Arbeit gefunden werden. Egal was es ist, alles was denkbar ist, wird unüberlegt und unvorbereitet unternommen. Man hält sich für fit, aber die Betroffenheit über die Kündigung steht einem auf der Stirn geschrieben. Man ist überhaupt nicht fit und die Körpersprache verrät dies auch. Bevor nicht Sicherheit und Selbstbewusstsein nach akzeptieren der Situation da sind, sollte man Bewerbungsgespräche sein lassen.

  • Wut, Zorn

    Man fühlt sich unverstanden und verfolgt. Die geringste Nichtigkeit kann Auslöser großer Zornesausbrüche werden. Unverständlicher Streit bricht häufig aus.
    Das Gefühl: niemand versteht mich.
    Die Folge: die Umgebung ist irritiert, diese hat es nicht leicht und von dieser wird viel Geduld verlangt. Es ist eine Zeit großer Gefahr für Verbindungen und Freundschaften (die man jetzt nötiger hat denn je!). Allerdings sind Wut und Ärger auch eine Art Ventil, die den Druck vermindern können, der auf der Seele lastet.

  • Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Bedrückung

    Man macht sich Vorwürfe, kann sich nicht konzentrieren. Die Zukunft ist nicht erkennbar, und wenn, ist sie schwarz.

  • Am Ende dann doch: Akzeptieren der Situation

    Es kann eine lange Fahrt auf der Gefühlsachterbahn sein und meist braucht man auch Hilfe von außen, aber irgendwann „schließt man seinen Frieden mit der Welt". Diese Welt ist damit noch nicht besser geworden, aber man kann sich ihr nun realistisch , konzentriert und zielorientiert zuwenden und gut vorbereitet, wie Sie am Ende der Beratung.

Zuletzt geändert: Montag, 3. Juli 2017, 16:27